Aktuelles zur COVID-19 Krise


Anliegend erhalten Sie als Unternehmen einen kurzen Überblick über Maßnahmen zum Schutz des Unternehmensfortbestandes im Rahmen der COVID-19 Krise.

  1. Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz

Sofern einem Selbständigen aufgrund einer behördlich angeordneten Schutzmaßnahme ein Verdienstausfall entsteht, steht ihm gem. § 56 Absatz 1 IfSG unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung zu. Ein Antrag ist beim jeweils zuständigen Gesundheitsamt zu stellen.

  1. Kurzarbeitergeld

Sie haben die Möglichkeit bei der Agentur für Arbeit das Kurzarbeitergeld (kurz KUG) zu beantragen. Für die Beantragung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Wenn Sie sich bereits im Monat März in Kurzarbeit befinden, ist es wichtig, die Kurzarbeit im März noch anzuzeigen.

  • Erheblicher Arbeitsausfall durch wirtschaftliche Gründe oder ein unabwendbares Ereignis (dies ist im Rahmen der Corona-Pandemie gegeben). Der Arbeitsausfall muss zudem unvermeidbar und nur vorübergehend sein
  • Im Unternehmen muss mindestens eine Arbeitnehmerin / ein Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein
  • Es sind 10,0 % der Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer betroffen die einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10,0 % haben
  • Die Antragstellung erfolgt bei der Agentur für Arbeit unter folgendem Link: https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus
  1. Fördermaßnahmen zur Deckung des Liquiditätsbedarfes

Liquiditätszuschuss des Landes Niedersachsen

Das Land Niedersachsen will eine Förderung in Form eines Zuschusses des Landes für Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten in Höhe von bis zu 20.000,00 Euro zur Verfügung stellen. Eine Antragstellung ist ab dem 25.03.2020 unter https://www.nbank.de/Blickpunkt/Covid-19-–-Beratung-für-unsere-Kunden.jsp möglich. Folgende Staffelregelung ist dabei vorgesehen:

  • bis 5 Beschäftigte: 3.000,00 Euro
  • bis 10 Beschäftigte: 5.000,00 Euro
  • bis 30 Beschäftigte: 10.000,00 Euro
  • bis 49 Beschäftigte: 20.000,00 Euro

Kleine gewerbliche Unternehmen, Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe (bis 49 Beschäftigte, bis 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder 10 Millionen Euro Jahresbilanzsumme) mit einer Betriebsstätte in Niedersachsen, die sich in einer existenzbedrohlichen Wirtschaftslage befinden und/oder in Liquiditätsengpässe geraten sind.

  • sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt (Rechenbeispiel: durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: 10.000 Euro; aktueller Umsatz März 2020: 5.000 Euro) und/oder
  • der Betrieb auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise ge-schlossen wurde und/oder
  • die vorhandenen liquiden Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem fortlaufenden betrieblichen Sach- und Finanzaufwand des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (Liquiditätsengpass).
  • Ein Liquiditätsengpass liegt vor, wenn es der Antragstellerin oder dem Antragsteller zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht mehr möglich ist, unter Einsatz aller sonstigen Eigen- oder Fremdmittel (z. B. auch Entschädigungsleistungen oder Steuerstundungen) den Zahlungsverpflichtungen (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) für das Unternehmen fristgemäß nachzukommen. Eigenmittel sind das verfügbare liquide Vermögen. Vor Inanspruch-nahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Vermögen einzusetzen, d.h. gebundenes Vermögen ist nicht zu aktivieren. So sind z.B. nicht anzurechnen: langfristige Altersversorgung, Aktien, Immobilien oder Mittel, die für den Lebensunterhalt benötigt werden. Bei Personenge-sellschaften kann ein kalkulatorischer Pauschalbetrag von 1.180,00 Euro pro Monat für Lebensunterhalt des Inhabers berücksichtigt werden.

Liquiditätszuschuss des Bundes

Die Bundesregierung bereitet zurzeit weitere Maßnahmen zur Unterstützung, insbesondere von Solo-Selbständigen und Kleinstbetrieben, vor. Über die Förderung können von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen bis zu 15.000,00 Euro beantragt werden. Erhalten Sie bereits die Förderung Niedersachsen-Soforthilfe Corona, dann können Sie ergänzend auch die Förderung des Bundes beantragen, wenn der Liquiditätsbedarf noch nicht gedeckt ist.

Sobald hierzu nähere Informationen vorliegen werden wir Sie informieren. Aktuelle News erhalten Sie unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/soforthilfen-beschlossen-1733604.

  1. Kredite zur Überbrückung des Liquiditätsbedarfes

KfW-Kreditprogramm

Die KfW Bankengruppe hat sich im Rahmen der Krise zur Aufgabe gemacht, die Unternehmen kurzfristig mit Liquidität zu versorgen. Zu diesem Zweck hat die KfW ein Kreditportfolio für Unternehmen, Selbständige und Freiberufler geschnürt und in diesem Zusammenhang die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessert. Wichtig an dieser Stelle ist, dass sich das Unternehmen per 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. Eine Antragstellung erfolgt über die jeweilige Hausbank.

Nähere Informationen erhalten Sie hier: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

NBank-Kredite

Die NBank hat ebenfalls zur kurzfristigen Liquiditätsüberbrückung ein Programm zusammengestellt, welches kleinen und mittleren Unternehmen helfen soll die Perspektiven aufzuweisen. Eine Antragstellung soll ab dem 25.03.2020 unter https://www.nbank.de/Blickpunkt/Covid-19-–-Beratung-für-unsere-Kunden.jsp möglich sein.

  1. Steuerstundungen

Wenn Sie wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen sind, können wir Ihre laufenden Vorauszahlungen für die Ertragsteuern herabsetzen, im Zweifel auf 0,00 Euro. Sofern Sie bereits zum 10. März Vorauszahlungen zur Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer geleistet haben, erhalten Sie diese Beträge dann zurück. Gleiches gilt für die Gewerbesteuer.

Auf Antrag können fällige Steuerbeträge drei Monate zinslos gestundet werden. Der Nachweis ist vereinfacht. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Lohnsteuer ist nicht stundungsfähig ist.

Die Länder Hessen und Bayern erstatten bereits auch die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer, die bereits geleistet wurden. In Niedersachsen ist die Sondervorauszahlung laut Auskunft des Niedersächsischen Finanzministeriums auf Antrag im Einzelfall herabzusetzen, sofern der Unternehmer nachweislich und nicht unerheblich von der aktuellen Corona-Krise betroffen ist. Dies kann aber nur in dem Verhältnis geschehen, in dem die voraussichtlichen Umsätze des Jahres 2020 hinter denen des Jahres 2019 zurückbleiben werden. Erwartet der Unternehmer also, dass er in diesem Jahr z.B. nur 50% der Umsätze des Vorjahres erzielen wird, und macht er dies dem Finanzamt glaubhaft, dann kann die Sondervorauszahlung um die Hälfte herabgesetzt werden. Inwieweit das der Fall ist, muss gegenüber dem Finanzamt zumindest glaubhaft gemacht werden. Bei entsprechend knapper Liquiditätslage empfehlen wir Ihnen, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Sprechen Sie uns bitte an, wir sind für Sie da.

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